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Ein zukunftsweisendes und umweltschonendes Konzept
zur Verarbeitung von biogenen Abfällen

Funktionsbeschreibung der Anlage:
Einleitung:
Die Biogasanlage kann Gülle aus der Landwirtschaft, Klärschlamm,
Fettabscheider und biogene Reststoffe aus der Gastronomie und
Lebensmittelindustrie verarbeiten. Dabei entsteht Biogas, das vielseitig
genutzt werden kann.
Aus Biosubstrat entstehen elektrischer Strom, Wärme und Dünger.
Sachverhalte :
Die Biogasanlage besteht im wesentlichen aus 7 Teilen:
- Übernahmestation
- Vorgrube
- Reaktoren
- Gasspeicher
- Maschinenraum
- Nachfermenter
- Endlager
Ad 1. Übernahmestation:
In derÜbernahmestation erfolgt Anlieferung und Aufbereitung der
Reststoffe in eine, für die Anlage geeigneten Form.
Biogene Abfälle aus Gastronomie, Lebensmittelhandel und -industrie
werden zur Anlage mittels Saugwagen oder LKW mit Kübelbeladung
angeliefert.
Bei der Anlieferung mittels Saugwagen wird der pumpfähige Brei über
eine Zuleitung (DN 100) durch einen Keilflachschieber gesichert in die
Vorgrube eingebracht.
Bei Anlieferung mittels Biotonne gelangt der Inhalt der Container
über ein Förderband, an welchem eine grobe Trennung von Hand
durchgeführt wird (Plastiksäcke, Gummiteile und Ähnliches), in eine
Biomühle, wo der Biomüll zerkleinert wird.
Von dieser Mühle aus wird das biogene Material über ein weiteres
Förderband an einem Magnetabscheider vorbeitransportiert, wo es von
Bestecken und ähnlichen Metallteilen getrennt wird, und gelangt durch
eine zweite Biomühle völlig zerkleinert in die Vorgrube.
Die entleerten Container werden über eine Rollbahn in einen
Waschtunnel gebracht.
Im Waschtunnel werden die Container innen und außen gereinigt, danach
im dafür vorgesehenen Stauraum gelagert.
Ad 2. Vorgrube:
In der Vorgrube homogenisiert ein Rührgerät das Material regelmäßig,
eine Pumpe befördert das Substrat in die Rohrfermenter.
Die Beschickung erfolgt portionsweise; Zahl und Größe der Portionen
sind dabei frei wählbar bzw. bei automatischem Betrieb von der jeweilig
produzierten Gasmenge abhängig.
Die Vorgrube ist als Stahlbetonbehälter in geschlossener Bauweise
ausgeführt
Ad 3. Reaktoren:
Die Reaktoren sind als Rohrfermenter liegend in Stahlbauweise
ausgeführt und im Inneren mit einem beheizten Rührwerk ausgestattet, um
eine konstante Temperatur zu gewährleisten.

Die Temperatur liegt bei ca. 35° C, d.h., die Anlage wird im stabilen
mesophilen Temperaturbereich betrieben.
Es besteht ein Regelkreis, der eine Faulraumüberlastung und damit
eineÜbersäuerung des Rohrfermenters verhindert. Ddie
Gasproduktionszunahme pro Charge gilt als wichtigstes Kriterium. Die
Faulraumbelastung regelt sich somit selbst und liegt abhängig von der
Abbaubarkeit der gewählten Stoffe und der Temperatur bei ca.
15 kg OTS/m³ Faulraumvolumen pro Tag.
Die Abbaurate der fermentierbaren Stoffe wird auf ca. 70%
eingestellt, um Schwimmdecken im Nachfermenter und im Güllelager zu
verhindern.
Das fermentierbare Material taucht im hinteren, unteren
Rohrfermenterbereich durch das Schlammbett, eine spezielleÜberimpfung
erübrigt sich dadurch. Die Form des Rohrfermenters (liegend mit einer
leichten Steigung ) begünstigt die Pfropfenströmung. Das fertig
fermentierte Substrat wird im vorderen, oberen Dombereich entnommen und
fließt über einen Siphon in den Nachfermenter.
Zum Ablassen des Grundschlammes ist ein Ventil in der Nähe der
Befüllung vorgesehen.
Um Schwimmdecken und Sinkschichten zu verhindern, sind folgende
Vorkehrungen getroffen:
Der Rohrfermenter ist komplett bis in den Dom hinein gefüllt, das
achsiale Rührwerk durchmischt sanft den Rohrfermenterinhalt,
gleichzeitig wird das Rührwerk beheizt.
Die Rührwelle besteht aus mehreren, über Kupplungen verbundenen
Segmenten, an welchen die Rührarme mit Rührschaufeln montiert sind. Im
hinteren Drittel sind zusätzlich Heizschlangen angebracht.
Das Rührwerk wird durch einen Getriebemotor, der durch einen
Frequenzumrichter angesteuert ist, intermittierend bewegt (Sanftanlauf,
Vor-, Rücklauf, Schaukeln etc.).
Ad 4. Gasspeicher
Das Gas der Rohrfermenter gelangt über verschiedene Messeinrichtungen
in den Gasspeicher, welcher als Ballonspeicher ausgeführt wird. Dort
wird das Gas „zwischengelagert“.
Von hier gelangt es über eine Rohrleitung zu den Gasmotoren, wo es
verbrannt und in weiterer Folge in elektrische und thermische Energie
umgewandelt wird.
Ad 5. Maschinenraum
Hier ist die Kraft - Wärme - Kopplung angeordnet, welche das Biogas
durch Verbrennung in einem Gasmotor in elektrische und thermische
Energie umwandelt.
Diese Räume müssen explosionsgeschützt ausgeführt werden, um bei
eventuellen Störfällen die Explosionsgefahr auf ein Minimum zu
reduzieren. Weiters ist in diesem Raum der Pufferspeicher für den
thermischen Kreislauf untergebracht.
Ad 6. Nachfermenter
Im Nachfermenter wird weiter fermentiert, um eine besonders hohe
Schlammstabilität zu erzielen. Das ausgegorene Material ist
geruchsneutral und enthält viele pflanzenverfügbare Nährstoffe.
Bei Düngermangel kann aus dem Nachfermenter direkt Material bezogen
werden. Ein siphonartiger Überlauf leitet das ausgegorene Material in
die offene Güllegrube.
Das Nachfermenterbecken ist als gasdichter Stahlbetonbehälter
ausgeführt und besitzt zusätzlich eine Heizung, die bei niedrigen
Temperaturen eine Stockung des Materials verhindert.
Ad 7. Endlager
Das Endlager ist wiederum als Stahlbetonbehälter, jedoch in offener
Bauweise ausgeführt.
Hier wird das Material bis zur Ausbringung auf die Felder gelagert,
durch die vorhergehende Fermentation ist das Material völlig
geruchsneutral. |